Die Gewinner des Aphorsmenwettbewerbs 2012 sind veröffentlicht:
1. Ludwig Fienhold (aus Frankfurt/Main)
2. Dr. Rudolf Kamp (Mosbach)
3. Jürgen K. Hultenreich (Berlin)
4. Elke Gerlach (Braunschweig)
5. Jörg Dahlbeck (Löhne)
6. Uwe Schoor (Buenos Aires)
7. Hans Norbert Janowski (Esslingen)
8. Alexander Eilers (Gießen)
9. Harald Kriegler (Bitterfeld-Wolfen)
10.Nadine Schaub (Schwalmtal)
Wir gratulieren den Gewinnern ganz herzlich!
Die Präsentation der Gewinner findet am 6. Juni 2012 um 19.30 Uhr im Café des Stadtmuseums Hattingen statt.
Hinweise zur Anreise finden Sie hier.
Aus 548 Einsendungen wurden diese 10 ausgewählt.
Die Mehrzahl der Einsendungen (325 von insgesamt 548) kam dieses Mal von Männern. (Beim Wettbewerb 2010 lagen die Frauen bei der Beteiligungsquote vorn.) Die meisten Teilnehmer/innen kommen aus NRW (124, davon 55 aus Westfalen), gefolgt von Bayern (58), Berlin und Brandenburg (42), Hessen (40), Niedersachsen (38), Baden-Württemberg (34) und Rheinland-Pfalz (27). Was die Ausstrahlungskraft des Wettbewerbs betrifft, so erreichten uns 88 Einsendungen per E-Mail aus dem Ausland, davon kamen 59 Beiträge aus Österreich und 24 aus der Schweiz, die restlichen aus Argentinien, Belgien, Brasilien, Kanada, Luxemburg, Norwegen und Schweden.
Werte – das hat das Ergebnis eindeutig gezeigt – können immer noch mobilisieren; sie sind ein Anliegen, auch wenn der Aphoristiker dieses Wort (zu Recht) scheuen wird. Aufs Ganze gesehen dominierte in den Einsendungen das Sollen. Immer wieder ging es vor allem um Werte wie Verantwortung, Vertrauen, Ehrlichkeit, Nächstenliebe oder Toleranz, die in Geltung gesetzt werden „sollen“ und deren Fehlen beklagt wurde. Bekommen haben wir also allzu oft Sätze guten und besten Willens über das Wünschbare, etwa über die fehlende Liebe, die fehlende Toleranz; viel Politikerschelte war auch zu lesen. Gewünscht hatten wir mehr Unerwartetes, Freches: Bilder wie den an die Wand genagelten Wind oder den schmerzenden Edelstein im Schuh, den zivilisierten Hecht oder den Löwenmut zeigenden Angsthasen.
Das weniger Einschichtige hat uns mehr interessiert: wenn wir das Wunderbare an Gefahren erklärt bekamen oder lesen durften, dass das Zwielicht schon etwas Positives ist. Relativ leicht fiel es der Jury, den jeweils einen oder anderen Aphorismus einer Fünferreihe herauszuheben. Gedanklich war es vielleicht nicht immer umwerfend originell, dafür war es aber treffend formuliert. Aus der Variation der bekannten Muster: Paradoxa, Vergleich, Definition, Umkehrdenken, Wörtlichnehmen, Wortspiel, Sprichwortvariation können im Einzelfall immer noch Funken geschlagen werden, die den Leser ‚entzünden’.


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